Warum eröffnet Gloster ausgerechnet auf den Philippinen ein Entwicklungszentrum? Erinnert ihr euch an diese Serie, in der ein New Yorker Arzt wegen eines Stipendiums in eine abgelegene Kleinstadt in Alaska kommt? Zunächst protestiert er und sträubt sich, doch dann wird ihm nach und nach klar, dass der Ort und die Menschen ihm viel mehr bieten, als er zunächst gedacht hatte. So erging es uns auch mit den Philippinen. Vor einem Jahr haben wir uns erst mit den Möglichkeiten vertraut gemacht, heute sehen wir bereits, dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben. Aber warum gerade die Philippinen?

1. Auch hier wollen die Menschen arbeiten
In einer Branche, in der 90 % des Endprodukts auf menschlicher Arbeitsleistung beruhen, ist die Einstellung der Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung. Neben dem Fachwissen war es gerade diese Einstellung, die den ungarischen IT-Unternehmen früher den Zugang zu den westeuropäischen Märkten eröffnet hat. Die Einstellung der Philippiner zur Arbeit ist – ähnlich wie bei den ungarischen Kollegen – durch eine starke Arbeitsmoral, Loyalität und Anpassungsfähigkeit gekennzeichnet. Aufgrund des ausgeprägten Kollektivismus messen sie der Teamarbeit und den gemeinsamen Zielen mindestens ebenso viel Bedeutung bei wie den individuellen Interessen. Sie schätzen Erfahrung und Dienstalter und legen großen Wert auf den Respekt gegenüber Führungskräften und Fachleuten. Im Vergleich zu anderen Ländern der asiatischen Region verfügen sie über deutlich bessere Englischkenntnisse und eine stärkere kulturelle Anpassungsfähigkeit, und ihr katholischer Glaube erleichtert ihnen die Integration in ein westliches Arbeitsumfeld.
2. Jährlich eine halbe Million neue IT-Fachkräfte
Auf den Philippinen beläuft sich die Gesamtzahl der Studierenden im Hochschulbereich landesweit auf etwa 3,5 Millionen, wobei ein erheblicher Teil davon in den Bereichen Wirtschaft, Pädagogik, Technik und Informatik studiert. IT-Studiengänge gehören zu den beliebtesten: Etwa 18 % der Studierenden studieren im IT-Bereich, und zwei Drittel von ihnen schließen ihr Hochschulstudium erfolgreich ab.
Das bedeutet, dass in den letzten Jahren jährlich etwa eine halbe Million Informatiker ihr Studium an den Hochschulen abgeschlossen haben. Natürlich werden nicht alle von ihnen Softwareentwickler oder Cloud-Ingenieure werden, aber die drei beliebtesten Fachrichtungen sind:
Diese Studiengänge können junge Menschen an fast 2.000 Hochschulen auf den Philippinen absolvieren. Das Niveau der Ausbildung ist natürlich unterschiedlich, aber diese Zahl lässt sich gar nicht mit den wenigen Tausend Absolventen pro Jahr im ungarischen Hochschulsystem vergleichen – selbst wenn diese Ausbildung auf sehr hohem Niveau stattfindet.
3. Die Gehälter auf den Philippinen sind im Vergleich zu den Gehältern von IT-Fachkräften in Ungarn günstiger
Zwischen den Durchschnittsgehältern von IT-Fachkräften auf den Philippinen und in Ungarn sind erhebliche Unterschiede festzustellen. Auf den Philippinen verdient ein IT-Fachmann – je nach Erfahrung – durchschnittlich ein monatliches Bruttogehalt von 220.000 bis 800.000 Forint. Im Gegensatz dazu liegt in Ungarn bereits das Einstiegsgehalt von Nachwuchs-IT-Fachkräften im mittleren Bereich dieser Spanne, während die Gehälter erfahrener Fachkräfte in Ungarn ein Vielfaches der Durchschnittsgehälter auf den Philippinen betragen können.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass das Unternehmen mit der Einrichtung des neuen Entwicklungszentrums die Grundlage für den Aufbau hybrider Teams schafft, in denen der Standort auf den Philippinen als Outsourcing-Zentrum fungiert, den inländischen Betrieb ergänzt, diesen jedoch keinesfalls ersetzt.
Unsere ungarischen Kollegen leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit, mit der unsere Kunden zufrieden sind. Auf dieser Zufriedenheit und diesem Fachwissen bauen wir unsere internationale Wachstumsstrategie auf.
Gleichzeitig sehen wir ganz klar: Die hier beschäftigten Mitarbeiter sind – ebenso wie ihre ungarischen Kollegen – engagiert, der Nachwuchs an IT-Fachkräften wird kontinuierlich gesichert, und die Möglichkeit, hybride Teams aufzubauen, kann für uns einen erheblichen Kostenvorteil bedeuten, wenn wir Wachstum auf den Märkten in Westeuropa und den Vereinigten Staaten anstreben.
Insgesamt lässt sich sagen, dass wir das Land erst seit einem Jahr kennen und noch viel Arbeit vor uns liegt – aber wir sind überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben und sich der investierte Aufwand auszahlen wird, das heißt, dass sich dies auch in der finanziellen Leistungsfähigkeit widerspiegeln wird. 🚀

